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Was haltet ihr von dieser Gedichtinterpretation? Was könnte man verbessern?

Ich schreibe morgen eine Deutscharbeit über Gedichtinterpretationen und ich habe etwas geübt und wollte jetzt mal fragen, wie ihr das findet und was ich besser machen sollte. :)
Hier erstmal das Gedicht:

Traumtrip
Christoph Derschau

Gestern verreiste ich
in die Stille
deiner Augen.

Gerade angekommen
stellte ich fest
dass ich mich verfahren hatte.

Ich muss mitten
in der Sehnsucht
gewesen sein.

Und hier meine Interpretation:

In dem Liebesgedicht „Traumtrip“ von Christoph Derschau geht es um das lyrische Ich, das seinen Partner näher betrachtet und dabei bemerkt, dass er Probleme hat.
Das dreistrophige Gedicht enthält viele Enjambements und kein Reimschema.
In der ersten Strophe wird beschrieben, wie das lyrische Ich seinem Partner in die Augen schaut. „Gestern verreiste ich..“ (Zeile 1), mit wem Ausdruck „verreisen“ meint das lyrische Ich vielleicht, dass es sich so sehr auf die Augen seines Partners konzentriert, dass alles andere für ihn ausgeblendet ist und dass er nur noch die Augen wahrnimmt. Es könnte ihm vorkommen, wie eine Reise. „…in die Stille deiner Augen.“ (Zeile 2-3), mit der „Stille“ der Augen könnte etwas unbekanntes gemeint sein. Das lyrische Ich und ihr Partner kennen sich zwar bereits, doch das lyrische Ich hat sich noch nie Zeit dazu genommen, sich auf die Gefühle seines Partners zu konzentrieren.
In der zweiten Strophe merkt das lyrische Ich allerdings, dass es sich „verfahren“ hat. „Gerade angekommen, stellte ich fest, dass ich mich verfahren hatte.“ (Zeile 4-6). Mit dem Wort „verfahren“ möchte das lyrische Ich ausdrücken, dass es etwas anderes gefunden hat, als erwartet. Vielleicht hat es nach Liebe gesucht, aber allerdings keine gefunden.
In der dritten Strophe gibt das lyrische Ich preis, was es ‚gefunden’ hat. „Ich muss mitten in der Sehnsucht gewesen sein.“ (Zeile 7-9) Der Partner könnte Sehnsucht nach jemand anderem haben und das lyrische Ich könnte jetzt erst bemerkt haben, dass seine Liebe nicht erwidert wird. Es könnte allerdings auch sein, dass der Partner das lyrische Ich mehr liebt, als umgekehrt und es Sehnsucht nach Erwiderung seiner Liebe hat. Jedoch kann es auch sein, dass der Partner ein Problem hat und es ihm sehr viel Überwindung kostet, dem lyrischen Ich davon zu erzählen, doch solange er das nicht macht, steht dieses Problem zwischen den beiden und belastet die Beziehung.
Das Gedicht enthält Punkte, aber die Kommas fehlen. Das könnte für das Fehlen der Liebe und des Vertrauens stehen. Auch das fehlende Reimschema könnte darauf hinweisen. Das Gedicht hat drei Strophen, wobei jede Strophe nur aus einem Satz besteht. Das könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass es ein sehr kurzer Moment ist, wo sich aber sehr viel geändert hat. Die vielen Enjambements bewirken, dass einzelne Satzteile mehr hervorgehoben werden. Die Zeilen sind ungleich lang.
Der Autor könnte mit dem Gedicht ausdrücken wollen, dass nicht jede Liebe erwidert werden kann und dass man sich mehr Zeit nehmen soll, um auch mal auf die Gefühle seiner Mitmenschen zu achten.

Vielen Dank im vorraus für jede Hilfe! :)
@ Sutter Cane: Was heisst das jetzt für mich?

    David M
    Posted 1 year ago

    Ich finde deine Interpretation sehr gelunden, Respekt! Eventuell würde ich den ersten Eindruck von der Atmosphäre mit reinbringen, aber sonst sehr gut.

      Sutter Cane
      Posted 1 year ago

      Die meisten Lehrer
      sezieren gerne Gedichte
      und wollen die leblose Huelle
      als Gestalt interpretieren.

    Answer this Question :

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