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Hab eine Verständnisfrage zu Mascha Kalekos’ “Weil du nicht da bist” Gedicht?

Ist der Adressat des Gedichtes Tod oder nur weg?

Das ganze Gedicht:
Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.

Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen, Der Rosen Duft vergebliches Bemühen, Der Nachtigallen Liebesmelodie Nur in Musik gesetzte Ironie.

Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.

Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.

»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.

Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.

Ich bin der Meinung , dass er gestorben ist wegen der letzten Strophe. Es heißt sie sei “verwaist”. Ich verstehe es so im Sinne von “elternlos” (metaphorisch für jemand der gestorben ist den man sehr liebt) und “alleine gelassen”. Meine Freundin ist anderer Meinung…
Danke für eure liebe Hilfe. :]

    Kezia
    Posted 1 year ago

    Ich glaube auch verstorben allerdings wegen dieser aussage
    Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
    Und weck vergilbte Träume,
    es hört sich für mich an als wärn die Briefe nicht aktuell und als könne sie auch keine mehr erwarten

      Enrico T
      Posted 1 year ago

      Hmm, ich denke, dass der Adressat nicht zwangsläufig verstorben sein muss – vielleicht hat der Betreffende einfach nur die Beziehung beendet, und der Schreiber trauert hinterher – man redet ja auch davon, dass ein Haus “verwaist” ist. Die “vergilbten Briefe” deuten entweder darauf hin, dass die Beziehung entweder schon lange vorbei ist und der Schreiber somit schon sehr lange “trauert” (auch so ein Wort mit Todesmetapher), oder er erinnert sich an eine längst verflossene Liebe.

      Also: Ich denke, es handelt sich eher um Liebeskummer.

        gurtz
        Posted 1 year ago

        Um die Antwort zu finden können wir doch einfach die Autorin fragen: die schrieb nämlich mal : „Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang. Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind. Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?… Bedenkt den eigenen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muss man leben!“

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