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Falls Muslime anwesend sind, kann ich euch da mal was fragen?

(Wenn ich etwas falsches behaupte, bitte ich um Berichtigung)
Vorgestern habe ich einen Bericht über Kairo gehört, wo die Kakophonie der Gebetsrufe der Muezzine von den vielen Moscheen der Stadt abgeschafft und durch einen Zentralmuezzin ersetzt werden soll. Ebenso meine ich an anderer Stelle mal gelesen zu haben, dass es vorgeschrieben ist, die Koranverse nicht einfach wie ein Gedicht zu rezitieren, sondern – um deren Schönheit zu unterstreichen – sie zu singen. Und genau danach wollte ich schon immer mal fragen: Wie ist das mit diesem Gesang? Werden die Melodien vom jeweiligen Rufer spontan entwickelt, aus einer inneren Eingebung heraus? Ist folglich jeder dieser Gesänge einmalig in Form und Stil? Oder muss man dazu feste Tonfolgen lernen, ähnlich einem Lied nach westlicher Vorstellung?
Könnt ihr als Laien eigentlich Unterschiede in der Qualität eines jeden Gebetsrufers ausmachen, hat jeder dieser Rufer seinen eigenen Stil, an dem man ihn sofort erkennt? Gibt es gar so etwas wie “Stars” der Szene?
Und ist das in solchen Städten wie Kairo ein Konkurrenzkampf untereinander, vereinfacht ausgedrückt, wer besser und lauter singt, bekommt die vollere Moschee?

(Ich bitte darum, auf Hetztiraden, gleich welcher Art und von welcher Seite auch immer, zu verzichten.)

    Erich V
    Posted 9 minutes ago

    Da ich kein Moslem bin, kann ich dir das nicht sagen. Aber vergleichbar ist das sicherlich mit der “Kakophonie” der Kirchenglocken in dichtkirchenbesiedelten Gebieten bei uns.
    Schrecklich.
    Aber auch da gilt bestimmt: Meine Glocke muß größer sein als deine!
    Und: meine Glocke klingt besser als deine!

    Die Erfinder von Religionen haben alle Register gezogen, um Reichtum und Macht über die Menschen mit allen möglichen, idiotischen Maßnahmen zu erzielen.

      *
      Posted 9 minutes ago

      ich bin keine Muslima, trau´mich aber doch mal.
      Der beste Freund meines Mannes ist Muezzin in einer Moschee seiner Heimatstadt.
      Ich habe ihn genau das gefragt und er hat mir erklärt, daß jeder Rufer seine eigene Art zu rufen hat und er dabei aussuchen darf, wie er singt.
      Er orientiert sich dabei allerdings, wie alle Rufer seiner Zunft, an den beliebtesten Muezzins der jeweiligen Moschee, die ihm in diesem amt vorausgegangen sind.
      Die Fotos dieser Männer hängen im Büro der Moschee wie eine Art Ahnengalerie und werden immer wieder gewürdigt, in dem man über die Männer spricht.

        Ulli
        Posted 9 minutes ago

        Ich gehöre keiner Religionsgemeinschaft an, halte mich aber sehr oft in einem nordafrikanischen Land auf. Ich höre gerade am frühen Morgen gern Radio dort und ein Gebetsrufer ist mir schon vor Jahren aufgefallen, obwohl ich kaum ein Wort verstehe. Er hat so eine wunderbare Stimme und einen angenehmen Tonfall in seinem Gesang, dass ich immer wieder ganz weg bin. Dazu dann die Landschaft und das Erwachen des Tages, selbst ich als Europäer erkenne ihn und ja, für mich ist er ein Star. Dieses Zusammenspiel von seinem Gesang und der Natur lässt mich immer wieder ganz demütig werden.

          ....
          Posted 9 minutes ago

          Was in Ägypten gerade los ist kann ich nicht beurteilen.

          Was den Gesang – gerade auch beim Gebet – angeht. Ja. Man versucht die Suren zu singen.
          Ich probier das erst gar nicht.
          Bei meinem Mann klappt das mal besser, mal schlechter. Es ist in der Tat so, dass das spontan passiert. Manche halten sich auch an bekannte Imame, die perfekt singen.

          Ja. Natürlich gibt es Leute, die entweder Kult-Satus haben oder auch neue.
          Hör dir mal verschiedene Gesänge oder Gebetsrufe an – auf you tube z.B.
          Dann merkst Du schon was für Dich gut klingt und was weniger.

            نسيم الصباح
            Posted 9 minutes ago

            Wie in Musik so auch im Koran,es gibt regeln und note,es ist sehr schwer es so zu lesen wie es die Shikhs machen,denn man muss genau wissen,wo man die stimme verstärkt,wo man pause macht,wo man die stimme leiser macht,wie man die Wörter raus spricht…und vieles mehr !
            Wenn du mehr wissen willst “Such Sudasisi” er ist der beste Koran leser den es je gibt,er ist derjenige der in Makkah mit den moslems betet,und den Koran liest,ich muss immer bei paar stellen heulen,wegen die zarte und schöne stimme,und wegen die schöne Wörter im koran !

              willou
              Posted 9 minutes ago

              Meinen ehrlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen und
              sehr interessanten Frage. Und ein ganz besonderer
              Glückwunsch auch zu den spanneden Antworten (bis auf
              eine).

              Eine echte Bereicherung, Frage und Antworten gelesen
              zu haben.

              Danke.

                ☪ Ғunda ☪
                Posted 9 minutes ago

                gute frage… die melodie entsteht meiner meinung nach vom leser/rufer… aber ich denke trotzdem, dass es da eine formel gibt, da zb der gebetsruf sich von der melodie her immer gleich anhört… wenn es da keine formel gebe, würde jeder eine andere melodie interpretieren…

                selbstverständlich gibt es auch unter den gebetsrufern die stars… der eine hat für mich eine sympatischere stimme… der andere nicht… beim einem fühlt man, dass er von der seele ruft, beim anderen nicht… das ist aber geschmackssache…

                  Knappe
                  Posted 9 minutes ago

                  Diese Frage wird dir nicht mal ein richtiger Moslem allumfassend beantworten können. Vielleicht meldet sich aber doch noch ein Spezialist, was aber kaum anzunehmen ist.

                    Hamudi
                    Posted 9 minutes ago

                    Es ist eine Rezitation und kein Gesang. Ersteres ruft zum Gedenken an Gott auf, Zweiteres stimuliert, was man eben nicht machen soll. Aber die Koranrezitation erfolgt in bestimmten Tönen, das stimmt. Und “Stars” gibt es: Z.B. Bukhatir oder Bassim.

                      yusuf3
                      Posted 9 minutes ago

                      Salam!

                      http://www.swr.de/islam/-/id=1550052/nid=1550052/did=1660942/1sn0nbp/index.html

                      Deine Frage vermischt zwei verschiedene Dinge: die Rezitation des Korans einerseits und den Gebetsruf andererseits.

                      Der Gebetsruf:
                      Er ist vorgesehen nur für die fünf Hauptgebete am Tag, nicht bei Mitternacht-, Toten- und Festgebeten usw.
                      Der Gebetsruf selber besteht aus zwei Teilen: der eigentlichen Aufforderung zum Gebet in der Moschee (adhan) und der Mitteilung an die Muslims in rufweite außerhalb der Mosche, dass das Gebet jetzt umgehend beginnen würde (iqama), für den Fall, dass sie ihr Gebet zeitgleich mit den anderen verrichten wollten.

                      Ahadith über den Gebetsruf:

                      “Als die Muslime nach Medina kamen, versammelten sie sich und warteten auf die rechte Zeit für das Gebet. Es gab damals noch keinen Ruf zum Gebet und sie unterhielten sich eines Tages darüber. Einige von ihnen sagten: Nehmt eine Glocke, wie die Glocke der Christen. Andere sagten: Nein, eine Trompete, wie das Horn der Juden. Da sagte Umar: Warum beauftragt ihr nicht einen Mann, der zum Gebet ruft? Da sagte der Gesandte Gottes: Bilal, stehe auf und rufe zum Gebet!”
                      [von Ibn Umar; bei Buchari]

                      “Ich sprach einmal: Gesandter Gottes, lehre mich die rechte Weise des Gebetsrufs (adhan). Da strich er über seinen Kopf und sagte: Sprich:
                      Gott ist am größten, Gott ist am größten, (1)
                      Gott ist am größten, Gott ist am größten.
                      Danach sprich:
                      Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott, (2)
                      ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott,
                      ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist, (3)
                      ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.
                      Senke deine Stimme dabei. Danach erhebe deine Stimme zum Zeugnis des Glaubens und sprich:
                      Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott,
                      ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott;
                      ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist,
                      ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist,
                      kommt her zum Gebet, (4)
                      kommt her zum Gebet,
                      kommt her zum Heil, (5)
                      kommt her zum Heil.
                      Wenn es das Morgengebet ist, sprich danach:
                      Gebet ist besser als Schlaf, (6)
                      Gebet ist besser als Schlaf.
                      Gott ist am größten,
                      Gott ist am größten,
                      es gibt keinen Gott außer Gott.” (7)
                      [von Abu Mahdhura; bei Abu Dawud]

                      “Bilal wurde angewiesen, den Wortlaut des Gebetsrufs (adhan) jeweils in gerader Zahl zu wiederholen und den Wortlaut für die Verrichtung des Gebets (iqama) jeweils in ungerader Zahl zu sprechen, und zwar mit Ausnahme des Satzes: Das Gebet hat begonnen.” (8)
                      [von Anas; bei Abu Dawud]

                      “Der Gesandte Gotte wies Bilal an, dass er beim adhan beide Finger in seine Ohren stecken solle; er sagte: Das macht deine Stimme lauter.”
                      [von Sad; bei Ibn Madscha]

                      “Zijad sagte, dass er adhan gemacht habe und Bilal die iqama machen wollte. Da sagte der Prophet:
                      O Bruder vom Stamme der Suda, wer adhan macht, spricht auch die iqama.”
                      [von Zijad; bei Ahmad]

                      Der “Rhytmus” und die “Melodie” des Gebetsrufs wird nur von dem arabischen Wortlaut und der von Mohammed [Gottes Segen mit ihm!] angeordneten Unterteilung bestimmt; und von der Puste des Muezzins:

                      (1) “allahu akbar, allahu akbar”
                      (2) “aschhadu an la ilaha illa-llah”
                      (3) “aschhadu anna muhammad ar-rassulullah”
                      (4) “hayya alas-salah”
                      (5) “hayya alas-falah”
                      (6) “as-salatu hairun minan-naum”
                      (7) “la ilaha illa-llah”
                      (8) “qad qamatis-salah”

                      Beim Morgengebet wird in den normalen Ruf nur zweimaliges “Gebet ist besser als Schlaf” eingefügt.

                      Zusätzlicher Gebetsruf (adhan):
                      “In der Zeit des Propheten und Abu Bakrs und Umars wurde der erste adhan gemacht, wenn der Imam auf der Kanzel Platz nahm. Aber als Uthman regierte und die Zahl der Menschen sich vergrößerte, wurde ein dritter Ruf in Saura hinzugefügt.”
                      [von Saib; bei Buchari]

                      Die Koranrezitation:
                      Ich unterhielt mich mal mit einem türkischen Imam über die (einschließlich der Verseinteilung) von den seinen abweichenden Noten in indischen und ostasiatischen Koranen; er wurde daraufhin etwas ungehalten und meinte, dass …

                        Grille
                        Posted 9 minutes ago

                        Also zum Gebetsruf [adhan] kann ich dir folgendes vermitteln:

                        BEDEUTUNG:
                        Der Gebetsruf [adhan] bedeutet wörtlich übersetzt in etwa “Ankündigung” und ist die öffentliche Bekanntgabe des Eintretens der Gebetszeit.
                        Jedes einzelne der fünf Ritualgebete wird mit einem Gebetsruf angekündigt.

                        KURZE HISTORIE:
                        Der Gebetsruf erfolgte früher ausschließlich durch die unverstärkte Stimme von einem hohen Ausrufpunkt aus. Spätere Bauten von Moscheen sahen das Minarett als geeignete Ausrufplattfom an. Inzwischen werden teilweise Lautsprecher verwendet, um dem Stadtlärm übertönen zu können.

                        ARTEN DES GEBETSRUFS:
                        Im Gegensatz zum Gebetsaufruf [iqama] wird der Gebetsruf mit BETONUNG und KLANG verlesen, wobei die musikalischen Betonung nicht festgelegt ist und daher stark variiert.

                        Der Gebetsruf soll langsam, deutlich, würdevoll und mit lauter Stimme ausgeführt, jedoch NICHT GESUNGEN werden.

                        Die erste Bedingung der Verehrung gegen den Gebetsruf ist, seine Formel, Grammatik und Wörter nicht zu ändern.

                        SINN DES GEBETSRUFS:
                        Die Worte des Athan sprechen bereits den Grundinhalt des islamischen Glaubens und die Grundanliegen des Gebets an.
                        Der Muslim soll deshalb dem Athan mit Aufmerksamkeit und Andacht zuhören und auch die Worte des Gebetsrufers leise wiederholen.

                        GEBETSRUFER (MUEZZIN):
                        Da das Rufen des Athan wegen der genauen Einhaltung der Gebetszeiten eine Vertrauenssache ist, muß der Gebetsrufer eine vertrauenswürdige und verantwortungsbewußte Person sein.

                        Damit das Rezitieren der heiligen Versen gilt, muss der Koranrezitierer sich seinem Aussprechen bewusst sein.

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