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Bitte wer kann mir mit einer Interpretation von dem Gedicht “nächtliches Abenteuer” von Lichtenstein helfen?

Ich habe nach einer Interpretation gesucht, aber leider habe ich nichts gefunden. Bitte ich brauche eine gute Interpretation für dieses Gedicht, das zu dem Expressionismus gehört.
Danke im voraus.

    Juliane
    Posted 1 year ago

    Ging da neulich über den Potsdamer Platz
    Um 1 Uhr nachts ein allerliebster Fratz.
    Ich sprach die Kleine an mit frecher Stirne:
    › 3 Mark mein Schatz?‹

    Sagte, sie sei empört
    Und finde so etwas unerhört,
    Und sagte, sie sei keine Dirne
    Und es sei ihr etwas wert, ihr Name,
    Und sie sei eine anständige Dame
    Und sie gäbe sich nicht für 3 Mark her

    Und sie nähme mehr.

    -

    Der Erzähler des Gedichtes ist männlich. Er ist Subjekt des Gedichtes, dass heißt, er greift in das Geschehen ein. Der Erzähler muss aber nicht gleich der Autor sein, oft spricht man vom lyrischen Ich. Das Gedicht hat 3 Strophen. Die erste Strophe hat 1 Vers, die 2. Strophe 3.
    Und so weiter.

    Diese Seite hilft dir:

    http://lyrik.antikoerperchen.de/blog/allgemein/interpretation-von-gedichten/

      HySt2812
      Posted 1 year ago

      Selten ist die Biographie eines Schriftstellers interessanter als die des
      Dr.jur.ALFRED LICHTENSTEIN.Drei Wochen lang war es ihm 1914 vergönnt –
      gerade Dr.jur. geworden,
      gerade einen Band expressionistischer Gedichte veröffentlicht,
      gerade Kriegsfreiwilliger geworden,
      gerade an der Somme seit 3 Wochen als Kriegsfreilliger …- vergönnt z u l e b e n;
      dann fiel er, eines der Millionen Kriegsopfer, der -zigtausenden Talente, die in Wissenschaft,Technik,Kunst und Kultur herausragten,bevor sie “ihr Leben dem
      Vaterland opferten” – (ja,dem Vaterland? Dazu sollte man sein Gedicht
      “Ein Generalleutnant singt”,weiter unten im Anhang, Lichtenberg schrieb es 1914, vielleicht schon
      an der Front,wo er auch ahnungsvoll seinen Tod in einem Kriegsgedicht sieht.
      * * *
      Aber zu Deinem Gedicht, nachdem wir den jungen Dichter kennengelernt haben:
      Es ist kein typisch expressionistisches Gedicht, enthält aber einen für die Zeit
      des jungen Expressionismus typischen inhaltlichen Aspekt,den des Großstadtlebens.
      Betrachten wir die Form, ist zwar die typische Auswechselbarkeit sinnloser Zeilen
      nicht gegeben (und das ist auch gut so), doch der betonte stets gleiche Zeilenanfang
      macht deutlich, dass hier eine Frau spricht, die genau ihren “Wert” kennt, denn sie ist
      nicht “irgend so eine”,sie hat genau durch ihren Beruf gelernt , was SIE im Vergleich
      zu anderen wert ist. Das Gedicht könnte aus der Feder von Heinrich Heine stammen,
      der das gleiche Thema käuflicher Liebe in einem Gedicht,das die Heuchelei der
      “Kunden”zum Thema hat, doch geht die Pointe dieses Gedichts (die einen Witz
      Heinescher Dimension hat) aus den Worten der “Dame” hervor. Eine F r a u,
      die ihren Wert genau kennt. Noch im Frieden und mit “Stil” ! Der junge Dichter
      muss gespürt haben – denn das lag ab 1912 in der Luft – dass durch einen Krieg
      Frauen in nie zuvor für möglich gehaltenem Maße das Wort führen durften.
      Diese Zeile jedoch erfreuen uns,auch wenn ich den typischen

      Ging da neulich über den Potsdamer Platz /Um 1 Uhr nachts ein allerliebster Fratz.
      Ich sprach die Kleine an mit frecher Stirne:/› 3 Mark mein Schatz?‹
      Sagte, sie sei empört/Und finde so etwas unerhört,

      Und sagte, sie sei keine Dirne/Und es sei ihr etwas wert, ihr Name,
      Und sie sei eine anständige Dame/ Und sie gäbe sich nicht für 3 Mark her.
      (Der Freiraum als Stilmittel zum Hervorhebung der angebahnten Pointe!)

      Und sie nähme mehr.

      Im Vergleich zu anderen.

      (Dr.jur. ALFRED LICHTENSTEIN, 1889 – 1914 )
      _________________________________
      Ein Generalleutnant singt

      Ich bin der Herr Divisionskommandeur, / Seine Exzellenz.
      Ich habe erreicht, was menschenmöglich ist./Ein schönes Bewußtsein.
      Vor mir beugen das Knie/Hauptleute und Regimentschefs,
      Und meine Herren Generäle/Horchen auf meinen Befehl.
      Wenn Gott will, beherrsche ich nächstens/Ein ganzes Armeekorps.
      Frauen, Theater, Musik/Interessieren mich wenig.
      Was ist das alles gegen/Parademärsche, Gefechte.
      Wäre doch endlich ein Krieg/Mit blutigen, brüllenden Winden.
      Das gewöhnliche Leben/Hat für mich keine Reize.
      Alfred Lichtenstein
      (* 23.08.1889 , † 25.09.1914)

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